Und ich sag dir: Ich sag dir nichts!

Frei. Urlaub. Wochenende. Shoppen? Aber sicher! Es wird geshoppt, geschaut, gebummelt – in der Drogerie, der Parfümerie, ja manchmal trifft es auch im Kaufhaus oder Kleidungsausstatter zu – und schließlich, aber nicht letzen Endes kommt an der Kasse die alles entscheidende Frage: “Darf ich Ihnen noch ein paar Proben mitgeben?” Freude pur? Man kann es ja gebrauchen? Aber ist das wirklich sooo einfach? Ein Trugschluss…

Es wird Leute geben, die meine Ansichten zu dem Thema schon kennen; andere wiederum nicht. Aber ist es nicht mal interessant, den zwischenmenschlichen Aspekt des Ganzen zu beleuchten? Schließlich ist die Welt – wie wir wissen- kein Ort an dem kleine Kirschflocken aus dem Stadtbrunnen regnen (nun gut, eine vergleichbare Substanz mag da manchmal rauskommen, aber das gehört jetzt nicht hierher) Wozu also diese unglaubliche Höflichkeitsfloskel? Nun, man mag sich wirklich drüber freuen, was man so bekommt, weil es meist das Richtige ist. Doch man ist mit Sicherheit nicht die erste Person die in dieser Situation „Das kann ich wirklich gut gebrauchen!“ gedacht hat. Stattdessen könnte einem die freundliche Kassiererin auch einfach mal in die Bauchkuhle boxen,… oder einem Terpentin ins Gesicht schütten. Hätte irgendwie das gleiche Ergebnis: Eine indirekte, nonverbale, Beleidigung.

Denn sehen wir es mal so: Wenn man eine Aufbaukur für strapaziertes Haar oder eine Anti-Aging Tube mit in die Tüte bekommt – wie war die Kassiererin darauf gekommen? Und der Satz „Darf ich Ihnen noch etwas mitgeben?“ hat nun wirklich dieselbe Bedeutung wie „Sie haben wirklich kaputte Haare / ein faltiges Gesicht – ich frag mich, wie sie noch ohne Schamesröte aus dem Haus gehen können – ich habe da etwas für Sie!“

Und dieses Muster lässt sich auf alle möglichen Situationen übertragen. Geschenke haben doch immer eine Aussage – und – seien wir mal froh, dass die meisten Parfümerien und Drogerien keine Intimwaschlotion vertreten. Das Gesicht einer Kundin, wenn sie eine Probe davon erhält: Das würde mich wirklich mal interessieren.

Dabei gibt es in der Regel drei Formen der nonverbalen Kommunikation: die Bewusste, die Unterbewusste und die Teilbewusste. Alle dienen dazu, entweder einen Schritt in der Fortpflanzung zu tragen (wie beispielsweise Optik, Geruch) auf die Stimmung und Persönlichkeit (Mimik, Gestik)

Vielleicht könnte damit aber auch der Versuch gestartet worden sein, mit dem man der Person ausdrücken wollte, dass sie etwas gegen dieses oder jenes unternehmen sollte, damit diese Person deswegen nicht einmal am Pranger steht, ohne diese darauf direkt anzusprechen.

Denn wie wir wissen: Menschen wünschen sich immer eine direkte Ausdrucksweise (was auch beispielsweise den Partner, also die Beziehung betrifft) können aber meist nie wirklich damit umgehen, weil die derartige Erfahrungen noch nicht gemacht haben. Aber darauf gehe ich dann wohl später ein.

Was denkt ihr? Beleidigung? Nette Geste oder habt ihr das selbst schon erlebt?



5 Kommentare zu “Und ich sag dir: Ich sag dir nichts!”

  1. yuyeon sagt:

    ach was, man sollte nicht immer gleich den teufel an die wand malen! natürlich hat die verkäuferin gute absichten und macht ihren job.
    aber ja, das ist das gleiche, wie jemandem jede menge duschgel zu weihnachten oder zum geburtstag zu schenken. eine verschlüsselte nachricht quasi.

  2. Vicky sagt:

    huch, den artikel kenn ich doch schon xD?? ich glaub ich hab dazu was ähnliches wie yuyeon geäußert^^

    cool, dass du dir da auch gedanken zur ähnlichkeit gemacht hast aber irgendwie seh ich da kaum welche haha xDDD naja daran sieht man wieder dass jeder jeden irgendwie anders sieht =)

  3. adonis :-P sagt:

    hehe interessante betrachtungs weise und aufnahme an umwelt reizen ;-) der fantasie sind keine grenzen gesetz bei interpretationen von solchen alltäglichen ereignissen

  4. tzrie sagt:

    Um diese ganze sache mal zu kommentieren auch wenn es das nicht wert ist.. Ich bin nicht der Meinung, dass man so etwas eine Mücke zum Elefanten mutieren lässt. Eine olle Frau, die hinter der Kasse steht, hat bestimmt nicht die Absicht jemaden derartig zu beleidigen. Der erste Grund wäre wohl, weil sie die Person nicht kennt und der zweite wäre wohl eher die Frage, was es dieser ganz objektiven Person bringen würde. Sie haben weder Zeit und wahrscheinlich noch Grips diese Leute beleidigen zu wollen. Andererseits, sollte es jemals dazu kommen, ist es dieser Person auch nicht zu verübeln, schließlich gibt es auch Botoxpartys & dort wird es keinem übel genommen, wenn man einem ein oder zwei Spritzen Botox zum Geburtstag oder Hochzeitstag schenkt. Dieses Beispiel ist meiner Meinung nach noch grotesker als die Tante bei Douglas. Es ist & bleibt beim Empfänger, der diese indirekte Geste auffasst.

  5. Engel C sagt:

    krasse ansicht, bei uns würde ich mir das viel öfters wünschen (ist mir nur ein mal passiert)