Tut die Wahrheit denn so weh?

Das Chaos?

In meinem lieben Land, das bezeichnet Freunde, Famile und irgendwie alle anderen hängt mal wieder der Haussegen schief. Wie kommt’s? Offensichtlich ist der Großteil beleidigt. Hmpf – wie kommt sowas? Natürlich amcht der Ton bei Ansagen die Musik und natürlich kann man auch einen schlechten Tag haben,  aber – scheinbar habe ich das nicht heraufbeschworen.

Rhetorische Fragen!?

Das Zündlein an der Waage waren in diesen Fällen:  rhetorische Fragen. Frauen benutzen sie, um Komplimente zu erzwingen,  Männer benutzen sie meist in unbekannten Situationen – aber was passiert mit Menschen, wenn sie eine unerwartete Antwort auf beispielsweise die Frage: “Seh’ ich darin dick aus?” bekommen? Offensichtlich wollen Menschen gerade dies nicht hören. “Seh’ ich besser aus, als die Schlampe dahinten?” oder “Mach ich mich gut darin?” sind wieder mal nur wenige Beispiele dafür.

Weniger erschreckend, als das Leute mit unerwarteten Reaktionen nicht umgehen können, finde ich aber gerade, etwas Unerwartetes zu sagen.

Ein Beispiel:  Eine Freundin fragt “Sehe ich besser aus, alsdie Schlampe dahinten?” und diese Freundin nun gerade aussieht wie Amy Winehouse auf Crack,… wäre da “Natürlich siehst du 1000 mal besser aus”, aus reiner Solidarität besser als die ehrliche Meinung? Vielleicht – aber ehrlich wäre es nicht. Sollte man nun also lügen, vielleicht sogar zum Schaden der Freundin, anstatt ehrlich zu sein. (Wenn sie daraufhin nicht das Haarewaschen anfängt, sondern denkt, sie sehe hervorragend aus – wäre das nicht schlimmer, als die Wahrheit?)

Wieso stellen Menschen in unserer Gesellschaft denn dann rhetorische Fragen? Und wieso sind sie sich so sicher, genau dazu passende Antworten zu erhalten? Ist es nicht mehr viel mehr Verdrängung und Einsicht, die weh tut, als die Wahrheit an sich?

Rückblick auf die Schule…

Natürlich müssen Menschen in sich selbst immer bestärkt werden, damit sie Freude am Leben haben, aber sich in eine Nebenrealität zu quetschen und die Realität zu ignorieren,… hilft das, um sich selbst besser zu fühlen. Wie wir alle in der Schule schon gelernt haben, Kritik ertragen zu müssen, so müssen wir dies doch auch im richtigen Leben?

Wie ihr sicherlich merkt: Ein Irrkreis. Wieviel Kritik sind Menschen bereit zu ertragen bzw. wie ->viel<- kann man ihnen zumuten? Und wie können Menschen, unabhängig vom “Ton der Musik”  lernen, mit dieser Kritik umzugehen? Kennt ihr diese Situationen und wie geht ihr damit um?



2 Kommentare zu “Tut die Wahrheit denn so weh?”

  1. Alinchen :) sagt:

    Ich denke, sinnvoll wäre es hervorzuheben, dass Menschen solche Fragen stellen, um sich emotional stärken zu lassen. Denn nichts geht runter wie Honig als zu hören, dass man gut aussieht o.Ä.
    Aber ich finde auch, dass man immer ehrlich sein sollte. Ich hasse nichts mehr als rethorische Fragen, die eine Meinung aus mir herausquetschen sollen, die -wie das Gegenüber sehr gut selber weiß- völlig unnötig ist und rein zur Selbstbestätigung dient. Was soll das? Mit solchen Fragen wird die Schmerzgrenze der Toleranz zur Eitelkeit hart strapaziert. Und wieso stellen wir sie immer wieder?! Wollen wir uns selbst verarschen?!?!?! Ich meine, jeder einzelne, der Fragen stellt wie “Seh ich besser aus als die?!”, weiß im Endeffekt ganz genau, dass er es tut. Sollte er es wirklich nicht wissen, würde er das stillschweigend in sich hineinfressen und daran höchstwahrscheinlich irgendwann zu Grunde gehen.
    Offensichtlich wollen wir uns selbst verarschen, und das allein aus Selbsterhaltungstrieb. Was ist schlimmer als eine angeknackste Persönlichkeit.
    Nichts destotrotz beharre ich auf Ehrlichkeit. Vielleicht mal eine Notlüge. Aber bei rethorischen Fragen antworte ich entweder gar nicht, weil’s mich einfach nervt, oder ich bin wirklich ehrlich… Denn ganz ehrlich, wer sich schon selbst verarschen will, muss sich nicht wundern, wenn es andere ihm gleichtun…

  2. [...] der eigenen Gemeinheit läuft nach dem Prinzip der Selbsterhaltung ab, welches Alina bereits hier [...]