Das ewige “Warum” ?
Wir Menschen sind schon beneidenswerte Kreaturen. Wir haben Autos, Radio, MP3-Player, die Möglichkeit uns durch Elektroschocks SixPacks anzutrainieren (wenn man der Werbung glaubt) und was machen wir? – Fragen uns: “Warum…?”
Ob wir uns nun fragen: Warum bin ich mit dem Kerl gleich ins Bett gestiegen? Warum habe ich den Kerl geküsst, obwohl ich weiß, dass uns alle sehen können? Warum bin ich davon ausgegangen, dass der Kerl mich interessant findet? Und was mich betrifft: Warum entwirft Christian Louboutin keine Schuhe in Größe 42? Wir stellen uns die ganze Zeit fragen, deren Handlungslauf wir nicht beeinflussen können und die uns davon abhalten, eine Sache positiv zu sehen – oder, noch anstrengender (und das nicht nur für Gehirnzellen, sondern auch noch für Füße, Augen und womöglich für die Telefonrechnung) Alternativen zu finden.
Wieso also stellen wir uns immer Fragen, die uns nicht weiterbringen, sondern die uns in einer kleinen Spieluhr mit der Melodie namens “Selbstmitleid” festhalten. Selbstmitleid scheint zwar gut, aber tausende von irgendwelchen kleinwichtigen Magazinen und psychologiestudierten Experten wollen uns dazu bringen, das Ganze anders zu sehen. Wenn ihr mich fragt, sollte man wirklich immer das Positive suchen, alleine aus dem Grund, als das einem dann hoffentlich keiner mehr sagt: “Versuch doch mal, das Ganze positiv zu sehen.” Bei einem AIDS-Test würde sich schließlich auch niemand eine solche Antwort wünschen. Wieso dann also in Beziehungen z.B zu Schuhen, die irgendwie belangloser sind?
Mein Tutor weist mich immer undezent darauf hin, dass ich eindeutig eine viel zu misandristische Schreibweise an den Tag lege. Ach – ist das so? Nun sagen wir dazu einfach… hier wieder ein exellentes Beispiel: Frauen sind doch dann im Grunde wie Autos in Katastrophenfilmen, wieso? Sie steuern immer auf den Abgrund zu. Und eigentlich sollte man den Rückwärtsgang einlegen, solange es noch möglich ist. Was bei Beziehungen noch irgendwie vorstellbar ist, ist bei Louboutin Schuhen überhaupt nicht denkbar (soll ich mir meine Zehen abschneiden?) Nunja… und laut meinem Tutor soll man diese Seite nun auch für Männer bedenken? Ähm… sie fahren mit Absicht in den Abgrund um einen Totalschaden zu verursachen? Nunja, wir schweifen vom Thema ab.
Worauf ich hinaus will ist, anstatt uns zu fragen: “Warum ist mir das passiert?” sollten wir vielleicht versuchen, die Antwort zu finden? Ich meine – versucht das denn jemand ernsthaft? Im Beispiel meiner Schuhe wäre eine Antwort, dass die Fußbrücke bei einer bestimmten länge einfach viel anfälliger zum brechen wird und es deswegen keine Heels in dieser Größenordnung gibt. Nehmen wir zwei Steien und packen eine ganz dünne Holzlatte darüber, der Abstand zwischen den Steinen sei… garkeiner, perfekt. Wenn der Abstand zwischen den Steinen größer wird und wir uns auf die Latte stellen, kann die Latte uns nicht mehr tragen. Sie bricht. Deswegen keine Schuhe, deswegen eine logische Schlussfolgerung mehr. Und ist das beim beispiel Beziehung so anders? Nun pauschal lässt sich das ja nicht sagen – und wenn wir uns dann wieder fragen: “Wo drückt in meiner Beziehung der Schuh” (Hahaha, Polyvalenz – wieso lacht denn keiner?) sollten wir uns fragen: “Welches Blasenpflaster hilft mit jetzt am meisten?”
