Mobile World
Wie abhängig sind wir von unseren Handys?
Ist euch das auch schon passiert? Ihr habt einen Bus verpasst, landet irgendwo in der Pampa, habt eine Autopanne oder kommt in irgendeine andere Bredouille, aus der ihr euch retten müsst. Und was passiert? Kein Geld auf dem Handy, Handy Akku ist leer oder man befindet sich in einem Funkloch. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir passieren solche Sachen ständig. Und es scheint schon fast wie ein Scherz des Schiksals, dass sowas immer nur dann passiert, wenn man es wirklich bräuchte, also das Handy. Erinnert ihr euch nich an den großen Ausfall des Telekom Netzwerkes vor einigen Monaten? Millionen von Menschen ohne Handykontakt – was nun? Alle am Verzweifeln.
Wir sind doch selber Schuld?!
Aber all das haben wir uns doch selbst zuzuschreiben, oder etwa nicht? Wer kann denn heute noch seine ca. 190 eingespeicherten Telefonnummern aus dem Kopf aufsagen? Früher? Ein Kinderspiel. Heute? Eine Katastrophe. Mal im Ernst: Irgendwie muss man die Zeiten Lob preisen, in denen der Rufnummernspeicher noch auf 25 Nummern begrenzt war. Man musste wirklich alles auswendig lernen. Und unser Gehirn besitzt nunmal die Kapazität dazu. Noch schlimmer wird es wohl erst nur bei den Leuten, die auf die Idee kommen, ihre gesamten Termine in ihr Handy einzuspeichern. Handy verloren? Y2K lässt grüßen. Wir Menschen sind wirklich einfach zu bequem geworden. Ich meine mein Großvater beispielsweise hat jede neue Technologie von vornherein gleich abgelehnt – und kennt deshalb die Nummern von Freunden und Bekannten auswendig. Sollte man dahin nicht zurückgehen? Was kann man machen um seinem eigen aufgebauten Technikverlies zu entgehen? Back to basics? Back to reality? Was ist die Lösung des Ganzen? Gibt es eine Lösung? Und wenn ja, welche?
Problem erkannt, Problem gebannt
Ich sehe es immer wieder bei meinen Freunden und selbst bei mir selbst. Geburtstage werden vergessen, genauso wie Telefonnummern. Von Terminen sollten wir garnicht erst anfangen. Wieso dann also nicht wieder ein Adressbuch anlegen? Und damit ist wirklich kein elektronisches gemeint. Diese Dinger sind nicht größer als eine EC-Karte und beim momentanen XL-Bag-Trend wohl auch kein großes Thema in Sachen “Wie verstaue ich das blöde Ding in meiner Handtasche?”. Und ein Terminplaner wäre dann doch auch nützlich!? Oder nicht? Es gibt sogar etwas, das beides verbindet. Das Filofax. Ich werde in einem späteren Eintrag mal darauf eingehen, was das genau ist und wie man es einsetzen kann. So hätte man schonmal die technischen Daten gerettet, aber hilft das wirklich immer weiter?
“Und wie soll ich jetzt telefonieren?”
Okay, Telefonnummern aufgeschrieben, Termine vermerkt, Handy unnütz. Aber trotzdem verlaufe ich mich irgendwo kurz vor meinem Zielort, komme in einen Stau (okay, das ist ein dummes Beispiel, für das, was ich gleich sage) oder ein Unwetter bricht herein und ich muss irgendwo dringend abgeholt werden. Was zum Teufel bringt mir da ein superordentlicher Organizer, wenn ich nunmal in einem Funkloch sitze oder mein Handyakku leer ist? Kennt ihr noch Telefonkarten? Nein? Das sind diese EC-Karten ähnlichen Dinger, die man zur Zeit von “Die bezaubernde Jeanie” in Telefonzellen stecken konnte, um damit zu telefonieren. Ich hab die Dinger sogar mal gesammelt, fällt mir gerade ein. Und wieviele habt ihr davon? Garkeins? Sofern das zutrifft: Ich auch nicht. Obwohl es irgendwie die einzig logische Alternative zu “Scheiße, ich hab gerade kein Kleingeld!” ist. Wieso haben wir keine Telefonkarten mehr? Ein Visitenkartenetui haben viele, oder Visitenkarten Etui-Fächer in Portmonaies, aber 15€ zu investieren, um für Notfälle eine Telefonkarte zu haben macht keiner? Und komischerweise frag ich mich: Wieso nicht? Ehrlich gesagt ist mir der Gedanke eine Telefonkarte zu kaufen irgendwie merkwürdig und je mehr ich darüber nachdenke, desto abstruser ist es, keine zu haben. Die Dinger gibts doch in jeder Telekomfiliale. Und mit diesen Sachen ist man doch dann eigentlich für die meisten Notfälle gewappnet? Oder? Was meint ihr? Alles ins Handy oder am besten so wenig wie möglich im Handy haben? Sind euch solche Sachen auch schon passiert?
TV even breaks it!
Have a look at the Fernsehzeitung
Ferien. Schöne Zeit zum Zeit totschlagen. Vorschlaghammer bereit. Aber irgendwie habe ich etwas getan, womit die gesamte Fernsehzentralgemeinschaft nicht gerechnet hat: Ich stand früh auf – was das bedeutet? Hmm,… ich werfe also einen Blick in die Fernsehzeitung und erspähe… ein TV-Programm, dass so vielfältig ist, wie die Geschmacksrichtungen der Cornflakes in einer Cini-Minis-Packung. “Doku-Soaps… aha… noch mehr Doku-Soaps… oh ne Dating-Soap.. aha aha!”
Totalverdummung?
Mal ganz ehrlich,… auch wenn die Sender uns sowas vorsetzten,… warum sind wir gezwungen, unser Programm nicht aussuchen zu können, selbst wenn wir umschalten – denn irgendwie ist die Medienlandschaft derweil monoton, dass man sich schon lieber mit einer Debatte über die eigene Aufenanzahl beschäftigen möchte, als mit dem Fernseher – zumindest geht’s da mir so! Einziger Lichtblick: Do it yourself!-S.O.S – und das um 7 Uhr morgens! Also das ist irgendwie das einzige Sendeformat, dass ich dabei wenig oder garnicht kritisiere: kreativ sein, Menschen zeigen, wie man aus Alt Neu macht.
Mehr davon?
Aber damit hat es sich auch schon wieder. Wirklich interessante Sachen konnte ich irgendwie nicht mehr finden. Ich fänd es ja mal schön, ein total verrücktes Tele-Gym zu sehen, dass einen dazu motiviert, irgendwelche komisch-aussehenden, aber wirkungsvollen Übungen zu machen. Schließlich will ein Großteil der deutschen Bevölkerung im und vor allem vor dem Sommer abnehmen… wieso hat sich eigentlich noch niemand auf ein solches Sendeformat gestürzt? Obwohl mir dazu eigentlich wieder ein paar gute Ideen einfallen würden, käme dies wohl wieder nicht bei der breiten Masse der CouchPotatoes an. Schwierig.
Inspiration?! Wo bist du?
Was mir vor allem aufgefallen ist: kreative Inspiration holt man sich vor allem aus dem Internet – oder aus extra Magazinen. Früher als Kind hat man sich einfach Disney’s Art-Attack angesehen und schon hatte man wieder eine Woche voller neuer Ideen und Hobbies. Leider scheint dies völlig auf der Strecke zu bleiben. Was meint ihr dazu, ist euch das auch schon aufgefallen, wie gfeht ihr damit um?
Und so sag ich dir: Ich sag dir nichts!
Die Proben-Frage
Frei. Urlaub. Wochenende. Shoppen? Aber sicher! Es wird geshoppt, geschaut, gebummelt – in der Drogerie, der Parfümerie, ja manchmal trifft es auch im Kaufhaus oder Kleidungsausstatter zu – und schließlich, aber nicht letzen Endes kommt an der Kasse die alles entscheidende Frage: “Darf ich Ihnen noch ein paar Proben mitgeben?” Freude pur? Man kann es ja gebrauchen? Aber ist das wirklich sooo einfach? Ein Trugschluss…
Es wird Leute geben, die meine Ansichten zu dem Thema schon kennen; andere wiederum nicht. Aber ist es nicht mal interessant, den zwischenmenschlichen Aspekt des Ganzen zu beleuchten? Schließlich ist die Welt – wie wir wissen- kein Ort an dem kleine Kirschflocken aus dem Stadtbrunnen regnen (nun gut, eine vergleichbare Substanz mag da manchmal rauskommen, aber das gehört jetzt nicht hierher) Wozu also diese unglaubliche Höflichkeitsfloskel? Nun, man mag sich wirklich drüber freuen, was man so bekommt, weil es meist das Richtige ist. Doch man ist mit Sicherheit nicht die erste Person die in dieser Situation „Das kann ich wirklich gut gebrauchen!“ gedacht hat. Stattdessen könnte einem die freundliche Kassiererin auch einfach mal in die Bauchkuhle boxen,… oder einem Terpentin ins Gesicht schütten. Hätte irgendwie das gleiche Ergebnis: Eine indirekte, nonverbale, Beleidigung.
Wirklich ein nette Geste?
Denn sehen wir es mal so: Wenn man eine Aufbaukur für strapaziertes Haar oder eine Anti-Aging Tube mit in die Tüte bekommt – wie war die Kassiererin darauf gekommen? Und der Satz „Darf ich Ihnen noch etwas mitgeben?“ hat nun wirklich dieselbe Bedeutung wie „Sie haben wirklich kaputte Haare / ein faltiges Gesicht – ich frag mich, wie sie noch ohne Schamesröte aus dem Haus gehen können – ich habe da etwas für Sie!“
Und dieses Muster lässt sich auf alle möglichen Situationen übertragen. Geschenke haben doch immer eine Aussage – und – seien wir mal froh, dass die meisten Parfümerien und Drogerien keine Intimwaschlotion vertreten. Das Gesicht einer Kundin, wenn sie eine Probe davon erhält: Das würde mich wirklich mal interessieren.
Dabei gibt es in der Regel drei Formen der nonverbalen Kommunikation: die Bewusste, die Unterbewusste und die Teilbewusste. Alle dienen dazu, entweder einen Schritt in der Fortpflanzung zu tragen (wie beispielsweise Optik, Geruch) auf die Stimmung und Persönlichkeit (Mimik, Gestik)
Direkt oder indirekt?
Vielleicht könnte damit aber auch der Versuch gestartet worden sein, mit dem man der Person ausdrücken wollte, dass sie etwas gegen dieses oder jenes unternehmen sollte, damit diese Person deswegen nicht einmal am Pranger steht, ohne diese darauf direkt anzusprechen.
Denn wie wir wissen: Menschen wünschen sich immer eine direkte Ausdrucksweise (was auch beispielsweise den Partner, also die Beziehung betrifft) können aber meist nie wirklich damit umgehen, weil die derartige Erfahrungen noch nicht gemacht haben. Aber darauf gehe ich dann wohl später ein.
Was denkt ihr? Beleidigung? Nette Geste oder habt ihr das selbst schon erlebt?
Aber nur, wenn es dir nichts ausmacht…
Wie es anfing…
In der Linguistik gibt es immer mal wieder merkwürdige Entwicklungen. 2002 fingen plötzlich alle an, alles als ‘krass’ und ‘fett’ zu bezeichnen und alle waren sich sicher, dass ihre Meinung die richtige sei. Sieben Jahre später jedoch wendet sich das Blatt und irgendwie ist es zum Trend geworden, extrem unsicher zu sein. So fragt mich beispielsweise jeder latente Fußgänger, der mich auf der Straße anspricht, damit ich eine Signatur, für 24 Monate Zeitschriften für knappe 15€ im Monat erhalte, abgebe, allerdings mit den Nebensätzen: “Wenn es dir nichts ausmacht”, “Wenn du kurz Zeit hättest”, “Ich weiß ja nicht, aber…”
Ich-bin-aber-nur-nicht-eingebildet *schmunzel*
Am Anfang schien es mir noch neo-modern-höflich, sich die gesamte Konversationszeit in Frage zu stellen, aber ein gewisses Maß an “Nein, es macht mir nichts aus” sollte man schon verstehen. Wieso kommt es immerzu solch merkwürdigen Entwicklungen? Irgendjemand muss doch damit mal angefangen haben? Oder liegt es am unglaublichen “Ich-bin-nicht-so-eingebildet-blabla-Denken”?
Sei doch nicht soooo schüchtern…
Ich denke es sei hierbei an der Zeit, gegebenenfalls die genannten Leute zurrecht zu weisen. Beispielsweise war ich neulich mit ein paar Freunden einkaufen, die noch Sachen aus einer ca. 2km entfernten Boutique haben wollten und fragten mich geschätzte alle 20m, ob es denn okay sei, diesen Weg zu gehen. Das das nach dem ersten Mal “Ja” schon nicht klar wurde, bleibt mir wahrscheinlich noch jahrelang ein Rätsel. Was macht also der moderne Mensch von heute? Einen einfachen Satz aussprechen, der jegliche Fragen für die Zukunft klärt.
Wenn mir etwas, etwas ausmacht, werde ich Bescheid sagen, anderenfalls, sind die Sachen, die wir machen okay.
Und leider verstehe ich diese Thematik auch selbst noch nicht ganz. Wie ist eure Meinung zu dem Thema? Eher forsch oder “unsicher” die eigene Meinung vertreten? Kennt ihr auch Extrembeispiele oder ist das bei euch eher nicht so vertreten?
