Liebestöter

Feinripp. Meistens wird dieses Gewebe im gleichen Atemzug wie die Bezeichnung “Liebestöter” gebraucht. Aber diesmal beschäftigen wir uns nicht mit der Frage, wer diese Sorte ungeliebter Unterwäsche erfunden hat, noch weniger mit der Frage, wer diese trägt als vielmehr damit, wie man sprichwörtlich die eigenen Gefühle mit einem großen Flitzebogen erschießen kann.

“How to deal with emotions…” dürfte, wenn es so ein Buch gäbe, bei Frauen wohl der ungeschlagene Verkaufsklassiker bei Amazon und beim Kindle sein und auch in der Realität sind wir immer wieder mit der Frage konfrontiert: “Wie zum verfickten Scheißteufelsarsch soll ich denn damit jetzt umgehen?”. Hier ein Beispiel: Eine Freundin wird seit Monaten immer wieder mit einem ihrer Ex-Freunde konfrontiert. Ob beim Ausgehen, per SMS (weil er sich kurzerhand dazu entschlossen hat, sie mit unglaublich fürsorglichen SMS zu bombadieren), beim Einkaufen oder einfach, wenn man bei Leuten mit dem gleichen Freundeskreis eingeladen wird. Ein muster spielt sich dabei immer wieder ab: Einer der beiden will reden. Ein Gespräch anfangen – selbst wenn es nur die Statusabfrage “Wie geht’s?” ist. Und immer wieder befinden wir uns in der selben Abwärtsspirale. Nicht verdaute Gefühle.

Man will es nicht. Vielleicht hat man sich irgendwann, irgendwo, irgendwie auf Freundschaft geeinigt. Vielleicht nicht. Wer weiß das im Einzelfall von gefühlsgeblendeten Emotionsentscheidungen noch so recht? Wie dem auch sei, findet man sich plötzlich eingesperrt in einer Industrieküche voller dänischer Salate, bei denen man vor lauter Lebensmittelfarbe man die einzelnen Zutaten nicht mehr entscheiden kann. Und nun die Frage: Wie picke ich da die Nüsse, die mir nicht gut tun, raus?

Nun steht einer der Parteienpartner da und weiss nicht, wie er/sie reagieren soll. Ablehnung? Kontaktschluss oder doch das “sich-selber-quälen-bis-es-geht”? Bücher, Ratgeber, Kolumnisten sagen immer wieder “out of sight, out of mind.” Aber durchaus erlebe ich immer wieder Fälle. in denen sich “gescheiterte Hoffnungen” (ja, dies ist tatsächlich eine Anspielung auf Caspar David Friedrich) erfolgreich zusammenrotten und als Symbiose die wunderbarsten, unkompliziertesten Freundschaften ergeben. Aber ist das alles wirklich so einfach?

Oder fühlt man sich doch wie in Super Mario, wo man alle 150 Sterne sammeln muss, bevor man wirklich mal die Prinzessin  retten kann? Ich stricke diese Metapher mal weiter: Belügen wir uns selbst, wenn wir erst die Hälfte der Sterne gesammelt haben und kommen, wenn wir sie einlösen wollen, letztenendes doch nur zu der Bestie, die es verhindert, dass wir zum Ziel, das wir erreichen wollen, kommen?

Leider gibt es keine Verallgemeinerung, was es bedeutet, alle Sterne zu sammeln und letztendlich das Ziel zu erreichen – aber gibt es Indikatoren dafür? Ist Gleichgültigkeit ein Zeichen dafür, dass Gefühle aus dem Spiel sind und man bereit ist, einen normalen, geregelten Kontakt aufzunehmen? Oder ist es ein Zeichen dafür, dass man sich selbst entfremdet und einen Schritt näher der winterlichen Gefühlskälte gekommen ist? Die Frage, die mir ein guter Freund gestern stellte ist: “Wo ist das good in goodbye?” Was sind eure Meinungen und Erfahrungen zu dem Thema? Funktioniert eine einseitige Freundschaft oder sind solche Unterfangen immer zum Scheitern verurteilt?



Im Bett versagt?

Funkstille. Kein Wort. Schweigen. Ausweichendes Verhalten. “Ich kann heute nicht,.. ich ähm… muss… noch wo hin!”. Ausreden. Dieses seltsame Verhalten bemerkte eine Freundin an ihrem Freund. Aber was war der Auslöser dafür?

Ein paar Flaschen Bier, ein paar Cocktails und einen wundervollen Partyabend zuvor war die Stimmung noch entspannt und ausgelassen.  Es wurde gefeiert, getanzt, getrunken und geknutscht und wie es sich für ein Paar so einsgtimmt, zieht man sich irgendwann nächtens zurück um der Zweisamkeit zu geniessen, schöne Musik auf-, und die Kleider abzulegen. Doch leider konnte der männliche Part seinen Mann nicht stehen. Das tête-à-tête wurde abgebrochen.

Was genau los war? Aufregung, zuviel Alkohol?  Frauen ist sowas meist egal. Stattdessen wird eben gekuschelt, geknutscht oder sonst irgendein Blödsinn veranstaltet, der eigentlich symbolisieren sollte, dass diese Problemchen so alltäglich sind, wie zusammengefallene Locken nach einer dreistündigen Tortur im Badezimmer. Bei Männern ist hier aber eine Grenze erreicht, die im Krieg die Niederlegung eines Waffenstillstandes zur Folge hätte. Sie ziehen sich in ein Schneckenhaus, verstummen, stoßen jegliche körperliche Nähe ab. Aus Angst “versagt” zu haben? Aus Angst die eigene Freundin nicht befriedigen zu können? Eine Antwort wäre sicherlich leichter zu finden, wenn Männer über ihre Probleme reden würden.

An diesem Punkt spaltet sich das Lager. Männer, die offen darüber reden und Männer, die garnicht reden. Erstere waren in einer Stammtischrunde mal ein wichtiges Gesprächsthema: Die Angst des Mannes, eine Frau nicht richtig befriedigen zu können. Wiedermal ein Freund hat genau durch dieses Gespräch seine Freundin kennengelernt – indem er ihr offen sagte, wovor Männer eigentlich Angst haben… warum das aber genau so ist, konnte er auch nicht wirklich begründen.

Sehen wir das mal rational: Sollte es wirklich Frauen geben, die ihren Mann verlassen, weil es ein, zwei, zwanzig Mal nicht geklappt hat? Und wenn, war sie dann wirklich die Richtige? Frauen sind für Klatsch und Tratsch bekannt – und Männer wissen, dass Frauen mit ihren Freundinnen viele Problemchen besprechen… könnte die Angst dahinterstecken, dass es bald die ganze Stadt wissen könnte?

Zugegeben, die Angst ist wirklich nicht unbegründet – es gab einen Fall an meiner alten Schule, wo genau das eintraf: selbe Situation, Mädchen erzählt es der besten Freundin und hoppla – schon wusste es die gesamte Schule. Somit war der Kerl eine Witzfigur und prädestiniert für ein weitläufiges Single-Dasein.

Und nun, nicht zuletzt durch solche Beispiel, folgt das Problem der Frauen: Wie bringe ich meinem Freund bei, dass es völlig unwichtig ist, was im Bett passiert, wenn der Rest der Beziehung wundervoll läuft? Wie sage ich ihm, ohne ihm auf den Scchlips treten zu wollen, dass er in keinerweise versagt hat, sondern, dass sowas (Klischee komm raus, Du bist umzingelt!) jedem passieren kann?

Feinfühligkeit oder Direktheit? Was erziehlt das beste Ergebnis?



Your body is a wonderland

Ich traf mich neulich mit meinen Freundinnen zum Eis essen (dass das Treffen nicht wie geplant ablief, tut hier nichts zur Sache) um uns über den neuesten Klatsch & Tratsch auszutauschen, alles Neue im Leben der anderen zu besprechen und darüber zu diskutieren, wieviel Sport man am Abend machen würde, weil man mal wieder ein bis zwei Kilo zugenommen hatte. Und da kam sie auf – eine der Fragen, die bei einer Teenieversion von Sex and the City wohl das Hauptthema gewesen wären: Kann man seinem Partner sagen, dass es er/sie zuviel zugelegt hat?

Auch die Serie How I Met Your Mother behandelete das Thema in der Folge um das “Beziehungsbäuchlein” – und wie man es erwarten kann, spaltet das Thema meist in drei Lager:  Die, die es ihrem Partner direkt sagen würden, die, die ihrem Partner subtil versuchen würden, zum Sport zu animieren, und diejenigen, die bemerken, dass ihr Partner zugenommen hat, es aber stillschweigend so hinnehmen. Was allerdings war die beste Variante, um es einem Partner z sagen?

Grundlegend können wir zusammenfassen, und dabei waren sich meine Freunde einig: Kann man es dem Partner nicht sagen, läuft etwas falsch. Oder etwa nicht? Wir sollten hierbei unterscheiden, ob es sich um zwei Kilo oder zwanzig handeln. Und, ob man mit einem eher flegmatischen Menschen zusammen ist, oder einer Sportskanone. Laut einem Zitat eines Bekannten, sollte man seinen Partner so nehmen, “wie man ihn/sie zu Beginn kennenlernte”. Aber inwieweit können sich Partner verändern, ohne, dass man bestimmt sein sollte, gegenzulenken? “Ich möchte meine Freundin sexuell aber nicht unattraktiv finden…” ist einer der Sätze männlichem Ursprungs, der mir nicht mehr aus dem Kopf ging. Machten wir Frauen uns weniger Gedanken über die Bäuche der Männer, als die Männer über die gesamte Attraktivität der Frauen? Aber abgesehen davon:  Wie bringe ich meinen Partner dazu, an seiner Figur zu arbeiten?

Der direkteste Weg einer Freundin kam zu dem Vorschlag, sich schlicht und ergrefend “schlank zu ficken” – wobei wir hoffen, dass dies nicht als Freifahrtschein zur Polygamie gemeint war.  Aber mal ernsthaft – waren Pärchenabos im Fitnesscenter, oder das Doppelpaarkaufen neuer Sportschuhe der Schlüssel zum Bekämpfen des Beziehungsbäuchleins? Und egal ob wir uns damit als oberflächlig oder nicht-oberflächlig labeln; ist es nicht schön, wenn man John Mayer mit den Worten “your body is a wonderland” zitieren kann?
“Mein Partner soll mich nicht dazu bringen, dass ich mich nach seinen Wünschen verändere – ich will ich selbst bleiben.” Bei all diesen schwierigen Fragen und dem eben gebrachten Zitat von eben: Wie hart kann die Tatsache sein, dass der eigene Partner sich zu alter Form strampelt? Läuft man damit wirklich Gefahr, den Partner grundlegend ändern zu wollen, oder spricht man lediglich den Wunsch danach aus, zur körperlichen Form zurückzufinden, mit der alles begann? Wenn wir es also schaffen, wieder romantisch miteinander auszugehen, Orte zu besuchen, die die Entstehung der Beziehungsbildung beeinträchtigt haben – ist es dann falsch, darüber nachzudenken, gemeinsam Sport zu machen, um nicht nur gefühlsmäßig die Funken in einer Beziehung aufrecht zu erhalten?

Wenn man also sich selbst das Recht einräumt, jemanden aufgrund der Art zu kristisieren, wie er/sie Wäsche zusammenlegt oder aufgrund des verwendeten Parfums, war es dann so böse, dem anderen das Recht einzuräumen, den eigenen Körper zu kritisieren?

Am Ende ist es wohl vielmehr die Smybiose aus allem: Mit welcher Glasur verziere ich den Kuchen der Kritik? Wie reagiert mein Partner auf Gluten, Schokolade oder Erdbeersirup? In einer wohlfunktionierenden Beziehung sollte es also wohl nicht allzuviel Kopfzerbrechen bereiten, wie man dem Partner symbolisiert, dass man gerne mehr körperlichen Anreiz hätte, den Kuchen zu essen.

Wie ist eure Meinung zu dem Thema?



Just A Word: Stileis

Liebe ist wie Stileis… die Sonne und die Wärme eines pulsierenden Herzens lassen es viel zu schnell schmelzen.



Just A Word: Beziehungen

Eine Beziehung sollte der Versuch sein, einander an-, und auszugleichen; nicht sich gegenseitig an-, und auszuschalten!



Still in love with you?

Es ist irgendwie lustig. An jedem Weiberabend, Mädelsabend, DVD-Abend, Cocktailabend – wir merken schon, die Liste lässt sich beliebig erweitern – hat sich irgendjemand in irgendjemand anderen verliebt. Es ist ein immer aktuelles, omnipräsentes Thema – nur mit wechselnden Hauptdarstellern. Und natürlich ist auch die Retroperspektive immer wieder ein schönes Thema:  Die erste große Liebe.

Allein die Tatsache, dass ich eine unabhängige Singlefrau bin, setzt voraus, dass es mit der ersten großen Liebe nichts wurde. Was jedoch genau so alltäglich zu sein scheint, wie sich für die erste große Liebe zu schämen. Weichei? Supermacho? All das sind Formen, Stereotypen, die der Allererste einnimmt. (Wenn er gleich alle Stereotypen einnimmt, stellt sich hier die Frage, ob Du nicht vielleicht dauerbekifft gewesen bist!)

Wir beginnen also im kleinen Frauenkreis zu reflektieren, ja sogar abzuwägen, wer den schlechtesten Start ins Liebesglück hatte und lange Zeit dachte ich sogar, ich sei es gewesen. Monatelang war ich ihr hinterher gelaufen, der großen Liebe, die sich vor mir aufbarg, wie eine große, mächtig Pyramide, mit göttischer Verehrung vergleichbar. Dieser Zufall, dass man den Menschen, den man so überhebte, dass er im zwielichtigen Stage Rider auszusehen schien wie ein Engel. Das die 4-Augen-Fahrt im Breakdancer die wohl größte Errungenschaft meines Lebens sein könnte.

2 Monate später: Erwachen. Mitlerweile hatte sich das Verhältnis in eine einverständliche Freundschaft entwickelt, die mich mehr und mehr nervte… je mehr der Goldstaub der Pupertät verflog und ich merkte, dass weniger YSL-Goldstaub, als vielmehr dreckiger Hundekot sein Anlitz strahlen lies, wusste ich, dass ich mehr als genervt war. Besonderes Bewusstsein dafür entwickelte ich in dieser einen Nacht. Schon die Hinfahrt zur Party war mehr als schwierig, aber nachdem ich nach einem ellenlangen Vortrag, wie er der Mittelpunkt seiner eigenen Beziehung sein müsse und wie sehr der Partner ihm doch zu folgen hätte, folgte, erfreute ich mein Gemüt an viel zu lauter Clubmusic, Flashing Lights and broken Bottles auf dem Dancefloor. Ein paar Stunden später landeten wir im Bett. Nein, natürlich nebeneinander. Wir hatten nie was miteinander und ich wollte nur schlafen.  Ich war fertig, müde, erschöpft, abgefeiert, lag ihm Bett seines Arbeitskollegen, welches unguter Weise auch noch mit Wasser gefüllt war. In der Zwischenzeit hatte er mich zu seinem BFF erkoren und redete unentwegt auf mich ein. Nichtmal gelangweilte schlafende “hmm… ja..” und ähnliche Gräusche die man von sich gibt, kurz bevor man in einen 20 stündigen Schlaf fällt, schreckten ihn nicht ab.

Vier Jahre später, etliche Dates und Erzählungen an Weiberabenden usw. merkte ich, dass mir das ganze garnicht peinlich sein musste. Meine erste große Liebe war weder ein orthodoxer Jude, kein verrückter Psychpath, kein Fremdgeher, kein Gangster-Rapper, kein Physik-und-Mathe-Student, kein Nerd, er war einfach nur langweilig… in seiner Gesamtheit schlichtweg langweilig.

Ich bin beruhigt, erhebe mein Weinglas und warte darauf, bis eine Freundin mit ihrer Geschichte der ersten großen Liebe beginnt.



Alice im Drogenland

Oder: Die Suche nach Romantik

Es gibt solche Sachen, die in Märchen und Fabeln immer verheimlicht werden. Nehmen wir hier als Beispiel Alice im Wunderland. Die gute Alice versetzt sich selbst (wahrscheinlich mithilfe von  Drogen) ins Wunderland und erlebt dort fantastische Abenteuer. Gestern war Valentinstag und wahrscheinlich ist das auch einer dieser Tage, an denen sich Alice lieber als alles andere mit Drogen ins Wunderland geschossen hätte; obwohl… wenn man darüber nachdenkt… könnte es sein, dass Alice ihre Abenteuer am Valentinstag erlebt?

Wann wird man sonst schon von dicken, runden, schlechtangezogenen Eiern namens “Humpty Dumpty” angebaggert? Und jetzt stellen wir uns mal vor, es ist Valentinstag und Alice nähme keine Drogen… ein dickbäuchiger, unattraktiver 42-jähriger Mann, der die kleine 16-jährige Alice anbaggert. Willkommen in der Realität. Aber auch auf anderen Ebenen ist der Valentinstag nicht nur der Boomtag für die Blumenindusrie, sondern auch für das Drogengeschäft.

Ich gehe auf meinem Wandertag durch die Welt also weiter durch die Welt und harre an einem kleinen beschaulichen Blumenladen, der irgendwo, inmitten einer verwinkelten Strasse einer Großstadt steht; es ist abends, in etwa 20 Uhr und das Blumengeschäft boomt. Ich sehe Türken und Kurden – und keine anderen Menschen. Männer, die vergessen haben, ihrer Liebsten oder dem Bumsdate des Abends etwas zu schenken und nun noch auf die Schnelle versuchen, die Wahrscheinlichkeit auf Versöhnungssex um 30% zu erhöhen. Ich freue mich. Irgendwie wirkt es eigentlich ganz romantisch zu sehen, dass sich einige Männer doch tatsächlich ein wenig ins Zeug legen, um Frauen ein Lächeln ins Gesicht, und ihre Kleider vom Körper zu zaubern. Während ich mit meiner wahnsinnig gutschmeckenden und käseüberladenen Laugenstange die Stadtallée entlang streife, werde ich von Pärchen (übrigens die einzige Menschenkonstellation dieses Abends) fragend gemustert.

Etwas verwirrt beginnt sich bei mir die Frage breit zu machen: “Ist der Valentinstag nur etwas für Pärchen?”. Ich erinnere mich an den Morgen, an dem die Douglas-Fachverkäuferin meine Mutter und mich dazu brauchte, uns gegenseitig Kosmetik zu schenken. Könnte der Valentinstag etwa auch ein Tag für Freundinnen oder sogar Singles sein? Ein Mann kommt wahrscheinlich weniger auf die Idee, als meine Mutter, meinen Kosmetikschrank nach fehlenden Farbnuancen zu durchzusuchen und so ein Geschenk auszuwählen, was für ein überraschtes Lächel sorgt. Ein Mann hingegen besorgt Blumen. Die Verkäuferin wird schon wissen was sie tut. Dieses Denken beruhigt mich. Und werde zufrieden.

Ich hatte also beschlossen, den Valentinstag zu meinem eigenen kleinen Urlaubstag zu krönen und während ich an einem Schokoladenbetrieb langstreife, fällt mir das Rabattschild am Fenster auf. Meinen Geschmack genau kennend, beschenke ich mich selbst, mich selbst aufrichtig und ehrlich selbstliebend, mit feinster industriellhergestellter Kokosschokolade und gönne mir weitere Käse-Salat-Laugenstangen. Ein Gedicht. Ich versuche mir die Zeit bis zu meiner Verabredung (… am Valentinstag… wie Klischee… ehrlich, Leute!) mit einer Buchhandlung zu verkürzen. Mir fällt ein Buch auf, dass von dem berühmten Schriftsteller Paulo Coelho stammt und den Namen “Brida” trägt. Es war mir schon häufiger aufgefallen, da ich eine andere Geschichte eben dieses Schriftstellers gelesen hatte und mich für andere Geschichten von ihm begeistern wollte. So kam es, dass ich die Geschichte der Brida wählte – eine Geschichte über den Glauben an die Liebe, über Selbstfindung und Magie. Somit war mein reichbeschenkter, schokoladenüberhäufter Abend mit einer schönen Lektüre perfekt. “Gleich kommt meine Bahn; die Letzte” war wohl der Gedanke, der mich fesselte, als ich die Bahnstufen zur Eisenbahn hinaufstieg. Ich setzte mich in die Bahn, die regulär eine Viertelstunde hielt.

Mein Telefon klingelte. Ich hatte bereits erwartet, dass mich wiedermal eine hollywoodreife Filmszene erwarten würde – und wie gesagt, es kam genauso, wie ich es erwartet hätte. “Sag, dass ich Aussteigen soll – und ich mache es.” Natürlich, wie es sich für Männer gehört, war er viel zu kaputt vom Sporttrainung und sagte ab,… die Menschen in der Bahn sahen mich mit einem bemitleidenden Blick an, mit der Enttäuschung, dass soeben, vor ihren Augen eine Szene stattfand, die sie alle aus Filmen kannten und die sich zwangsläufig immer zum Positiven wenden musste. In diesem Moment kam mir nur eine Frage in den Sinn:  “Wer zum Teufel hatte festgelegt, dass solche Situationen immer so und so enden müssen?” Dreißigjährige Nerds, die die Filmscripts zu verkitschen Hollywood-Filmen Tag ein Tag aus verfassten und nichts anderes in ihrem Leben hatten?

Wider Erwarten der Zugpassagiere begann ich zu lächeln, mich zu setzen und die einleitenden Worte “Wir hatten immer in einem Café in Fourdes zusammen gesessen…” und mir wurde eines klar: Ich war eine Alice. Und anstatt unter einem Apfelbaum, saß ich in einem Zug… und die einzige Droge, die ich brauchte, trug den Namen “Schokolade”.



Und ich sag dir: Ich sag dir nichts!

Frei. Urlaub. Wochenende. Shoppen? Aber sicher! Es wird geshoppt, geschaut, gebummelt – in der Drogerie, der Parfümerie, ja manchmal trifft es auch im Kaufhaus oder Kleidungsausstatter zu – und schließlich, aber nicht letzen Endes kommt an der Kasse die alles entscheidende Frage: “Darf ich Ihnen noch ein paar Proben mitgeben?” Freude pur? Man kann es ja gebrauchen? Aber ist das wirklich sooo einfach? Ein Trugschluss…

Es wird Leute geben, die meine Ansichten zu dem Thema schon kennen; andere wiederum nicht. Aber ist es nicht mal interessant, den zwischenmenschlichen Aspekt des Ganzen zu beleuchten? Schließlich ist die Welt – wie wir wissen- kein Ort an dem kleine Kirschflocken aus dem Stadtbrunnen regnen (nun gut, eine vergleichbare Substanz mag da manchmal rauskommen, aber das gehört jetzt nicht hierher) Wozu also diese unglaubliche Höflichkeitsfloskel? Nun, man mag sich wirklich drüber freuen, was man so bekommt, weil es meist das Richtige ist. Doch man ist mit Sicherheit nicht die erste Person die in dieser Situation „Das kann ich wirklich gut gebrauchen!“ gedacht hat. Stattdessen könnte einem die freundliche Kassiererin auch einfach mal in die Bauchkuhle boxen,… oder einem Terpentin ins Gesicht schütten. Hätte irgendwie das gleiche Ergebnis: Eine indirekte, nonverbale, Beleidigung.

Denn sehen wir es mal so: Wenn man eine Aufbaukur für strapaziertes Haar oder eine Anti-Aging Tube mit in die Tüte bekommt – wie war die Kassiererin darauf gekommen? Und der Satz „Darf ich Ihnen noch etwas mitgeben?“ hat nun wirklich dieselbe Bedeutung wie „Sie haben wirklich kaputte Haare / ein faltiges Gesicht – ich frag mich, wie sie noch ohne Schamesröte aus dem Haus gehen können – ich habe da etwas für Sie!“

Und dieses Muster lässt sich auf alle möglichen Situationen übertragen. Geschenke haben doch immer eine Aussage – und – seien wir mal froh, dass die meisten Parfümerien und Drogerien keine Intimwaschlotion vertreten. Das Gesicht einer Kundin, wenn sie eine Probe davon erhält: Das würde mich wirklich mal interessieren.

Dabei gibt es in der Regel drei Formen der nonverbalen Kommunikation: die Bewusste, die Unterbewusste und die Teilbewusste. Alle dienen dazu, entweder einen Schritt in der Fortpflanzung zu tragen (wie beispielsweise Optik, Geruch) auf die Stimmung und Persönlichkeit (Mimik, Gestik)

Vielleicht könnte damit aber auch der Versuch gestartet worden sein, mit dem man der Person ausdrücken wollte, dass sie etwas gegen dieses oder jenes unternehmen sollte, damit diese Person deswegen nicht einmal am Pranger steht, ohne diese darauf direkt anzusprechen.

Denn wie wir wissen: Menschen wünschen sich immer eine direkte Ausdrucksweise (was auch beispielsweise den Partner, also die Beziehung betrifft) können aber meist nie wirklich damit umgehen, weil die derartige Erfahrungen noch nicht gemacht haben. Aber darauf gehe ich dann wohl später ein.

Was denkt ihr? Beleidigung? Nette Geste oder habt ihr das selbst schon erlebt?



New Tech, Old School Tech, Back to GBA

GBA, PSP, High Tech, New Tech

IPhone, Nintendo DS, PSP – wir leben in einer Welt des technologischen Fortschritts und der Kurzlebigkeit. Es ist irgendwie erschreckend, wenn man darüber nachdenkt: Man steuert sein Handy mit den Fingern, weist Pokémon durch Pusten den Weg durch die Welt und durch schütteln fährt das Auto im Videospiel in die richtige Richtung.

Ich muss zugeben, dass all das Neue natürlich seine Raffinessen bereithält, aber auch seine Nachteile. Natürlich ist es einfacher, ganz schnell per Bildschirm eine Rufnummer zu wählen oder durch Ordner zu blättern oder Bilder durchzusuchen, aber wenn man eine SMS liest und dabei den Bildschirm berührt ist die SMS weg – spätestens dort gehen die menschlichen Nerven an ihre Grenzen – und wenn nicht alle, dann zumindest die meinen.

Auch der Nintendo DS hat so seine Vorteile, aber ich merke bei mir selbst, wie ich wahrscheinlich alt werde. Irgendwie reizen mich die technologischen Fortschritte des neuen Handhelden so überhaupt nicht mehr, woran das genau liegt, kann ich nicht in Worte fassen, aber ich vermute, dass es an der Größe liegt und daran, dass man meist einen Stift braucht, um den Handhelden zu bedienen – für mich äußert unpraktisch.

Wenn man sich daran erinnert, wie man früher ganz einfach etwas in der Hand hatte, ohne große andere Aktionen mit den Händen ausführen zu müssen, ist es einfach zu dem Ergebnis zu bekommen, dass die Technologie vor ein paar Jahren noch „einfacher“ gestrickt war. Aber sind es die neuen Innovationen wirklich wert? Nehmen wir die PSP, welche, soweit ich weiß, ohne einen solchen Touchscreen auskommt. Selbst diese macht einen riesigen Umsatz, auch wenn ihre Funktionen auf die, eines „ursprünglichen“ Handhelden beschränkt sind, wenn wir hier mal nicht auf die Grafik und das Design eingehen.

Ich persönlich habe mich dazu entschlossen, wieder back to Old School zu gehen. Ich habe meinen alten, mit Swarowski Steinen verzierten Game Boy Advance wiedergefunden und ihn in den Nutzungszustand zurückversetzt und siehe da – das alte Spielgefühl scheint wieder da. Unumgänglich um neues spielen zu können: Neue Handhelden, jedoch bin ich nach wie vor der Meinung, dass ich die gesamten Funktionen der neuen weniger brauche, als es ,mir verständlich gemacht wird.

Ich sehe mich weniger damit überfordert, als dass ich die Funktionen einfach nur für unterwegs (wofür der Handheld ja ursprünglich gedacht war) umständlich, wenn nicht, überflüssig finde und mich, beispielsweise in einem Zug, nicht damit beschäftigen möchte, das Gleichgewicht des Handhelden zu balancieren, während ich gleichzeitig versuche, mein Bahnticket aus meiner irrsinnig großen Handtasche zu kramen.

Auch wenn man davon ausgehen muss, dass die neue Software unumstritten gut für die neuen Geräte sind, wie lassen sich die Geräte selbst bewerten? Wie denkt ihr über neue Funktionen wie Touchscreen und Stimmenerkennung? Habt ihr selbst die neuen Sachen und wenn ja, weshalb haben sie euch überzeugt?



Ich kann das doch alles “garnicht”!

Wir befinden uns in der Schule. Eigentlich ein Ort der Brüderlichkeit (Fratternité) und des Zusammenhalts. Nun gut, was sich für Misfits und People with Ambition schon seit Beginn der ersten Unterrichtsstunde schon erledigt hat, findet spätestens einige Tage vor Arbeiten und Klausuren ein Ende. Denn genau dann, ja, genau dann geht es wieder los: Das große Mitleid und Aufmerksamkeitsfischen.

Das, was Patrick Starfish und Spongebob Schwammkopf mit einem Kescher und einem Haufen Quallen betreiben, machen Mitschüler eben mit den Worten “Ich kann das alles nicht.” “Ich schreibe bestimmt ‘ne 6!”, die sie wie einen Kescher benutzen, um die Quallen in Form der Besänftigungen wie z.B. “Doch, du schaffst das, ich glaube an dich!” oder “Klar, das ist doch gar nicht schwer! Du kannst das doch!” einzufangen.

Und irgendwie habe ich jetzt erst erfahren, dass so was eigentlich allen schon seit der Grundschule gewaltig auf den Keks geht. Wieso? Weil es meist die Personen sind, die gute bis sehr gute Zensuren schreiben, die am meisten “fischen”.

Mag sein, dass man die außergewöhnlichen Leistungen der guten Schüler meist nicht richtig würdigt und sie außer Acht lässt und diese eben nur auch ihr Lob erhalten wollen, aber ein aufgesetztes und hochaffektiertes “Ohhh, das hätte ich ja nie erwartet – wieder eine 1+!”
Wieso machen sie das? Erstens wirkt das höchst arrogant und eingebildet und zweitens gibt man dadurch anderen Schülern das Gefühl, unzulänglich zu sein. Wie ich schon vor Jahrhunderten twitterte: “Die eigene Stärke wächst daran, bei anderen nicht die Schwächen zu suchen”.

Fassen wir noch mal zusammen: Eigentlich hassen es alle, aber alle machen es – Willkommen in einem weiteren Irrkreis der menschlichen Moral- und Ethikkonstellation. Und im Bezug auf die aktuelle Werbung von Sat.1 zur Bundesliga: Fratternité? Äh äh äh,…!

Wie denkt ihr über dieses Thema? Bestimmt kennt ihr es, findet ihr euch in meiner Beschreibung wieder, oder seid ihr genervt von alle dem?



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